<bgsound src="../sounds/unknown/memories.mid" loop="-1">WEBCounter by GOWEB Schlafentzug ....
(Schlafen - das möchte ich gerne)


Müdigkeit macht sich in meinem Körper breit - schon seit Nächten. Doch immer noch bin ich wach - sehe in die Sterne, denke an dich. Die fehlende Freiheit, die ich mir selbst genommen habe, heute ist sie wieder mein.

Ich sitze im Garten und beobachte die Sterne - die Wärme des sonnigen Tages spiegelt sich noch immer von der Wand im Rücken wider. Einsamkeit kommt in mir hoch - ein bekanntes Gefühl. Die Erinnerung kreist durch die Erlebnisse der letzten Tage - das erste Gespräch, das erste Treffen, die ersten gemeinsamen Stunden, Was, wenn er sie nicht mag? Was, wenn sie ihm nicht in die Augen sehen kann? Was, wenn .....

Die erste gemeinsame Nacht - ein Suchen nach dem andern, und doch auch ein Suchen nach sich selbst. Die Zeit scheint stillzustehen, der Moment ist übermächtig. Das Tasten, fühlen, die Bewegung an und neben dir - ungewohnt, doch wunderschön. Du bist versuchst, den Moment festzuhalten - und schon ist er wieder dahin, abgelöst durch den nächsten. Du denkst, es kann nicht schöner werden - und es dauert an, länger und länger. Dein Körper schreit bereits nach Schlaf, doch du bist süchtig. Als ob es kein Morgen, kein Übermorgen und keine nächste Woche gäbe - die ganze Zeit findet in diesem Augenblick statt. Die Zeit verrinnt - viel zu schnell, um sie zu verstehen. Du gehst fort, deinen Weg, in deine Welt. Die Türe ist geöffnet - doch beide stehen auf der anderen Seite.

Die Realitaet holt dich ein - die Zeit nimmt dir den Atem fort. Die fünf Minuten, die du gemeinsam sein kannst - du verschwendest sie, mit Belanglosem. Und schon bist du wieder allein - in deiner Welt. Du hast das Glueck genossen, den Atem des Lebens eingesogen - hast festgestellt, wie leer und kahl deine Wände wirklich sind, wie eng und beängstigend dein Raum. Immerzu denkst du daran, daß da mehr ist - denn jetzt kennst du es wieder. Du suchst nach der anderen Seite - läufst an der Türe vorbei, ohne sie zu sehen. Du engst dein Leben ein, reduzierst alles auf das Notwendigste, bist bereit - vergisst dabei jedoch zu atmen.

Plötzlich, unter der Weite des Alls, unter dem zärtlichen Licht der Sterne, plötzlich bricht der Bann - dein Atem löst sich wieder. Du denkst nach, überlegst, Zweifel machen sich breit, die Erinnerung an fernen Schmerz bricht hervor - die Angst beginnt dich mit ihrem Bann zu belegen. Und doch - irgendwie ist es anders, schon wieder, wie jedesmal - anders. Die Hoffnung ist da, der Wille, die Bereitschaft. Das Gefühl - es ist intensiv und macht dich sicher.

Wenn da nicht der Zweifel wäre, der dich aus fernen Tagen immer noch verfolgt. Dem du dich zu stellen versuchst, behauptest, ihn zu kennen. Die Entzugserscheinungen, die sich auch in den Tagen dazwischen immer wieder breit gemacht haben, sie engen dein Denken, dein Handeln und dein Fühlen ein. Sie machen dir Angst, gefährliche Angst. Du hast dich schon festgelegt - und doch zweifelst du nun. Immer wieder, immer mehr. Was, wenn es wieder so schmerzt, wenn das, was sie fühlt, nicht andauert, oder das, was du fühlst. Was, wenn deine Fehler, die du selbst bemerkst aber nicht ändern kannst, das zerstören, was gerade erst beginnt. Was, wenn ....

Da verglüht genau in diesem Augenblick eine Sternschnuppe am Himmel - und weckt dich auf, holt dich zurück. Auch wenn du nur wünscht, daß sie da wäre - und sie daher sehen willst am Himmel. Die Wände sind kalt geworden in der Zwischenzeit, die Zeit verrinnt noch immer - unbarmherzig. Die Zweifel bleiben, doch du beginnst dich ihnen zu stellen. Denn sie ist es ganz einfach wert. Das Risiko. Die Angst. Die Atemnot. Und auch den Schlafentzug.

Irgendwann wird sie dir vielleicht sagen - es war einmal schön, aber es ist vorbei. Irgendwann wird sie dich vielleicht auch verlassen, zurückschicken in die Einsamkeit, an die du dich schon gewöhnt glaubtest. Aber die Zeit dazwischen - diese Zeit ist es wert, dass du sie erlebst. Daß du dich verschenkst, ohne wenn und ohne aber. Daß du ihr sagst, was du fühlst, was dir Angst macht - sie wird es verstehen. Auch wenn es nur ein paar Tage sind, ein paar Stunden oder Minuten - die Chance, daß es mehr ist, daß sie zu dir steht, so wie du zu ihr, sie ist da. Und sie ist es wert, ergriffen zu werden.

Einsam, wie der Abend begonnen hat, gehst du zurueck. Einsam sitzt du wieder hinter dem fahlen Licht des Monitors. Aber nicht ganz so einsam, wie zuvor. Denn du weißt, sie ist da draußen, in der Welt, der realen. Du siehst wieder die Tür - du wirst sie wieder durchschreiten. Wenn sie noch da ist, auf der anderen Seite. Wenn sich dich will. Denn du liebst sie.



Wenn ich nur wieder schlafen könnte.
Länger, ruhiger, so wie vorhin, als du bei mir warst, an mich gekuschelt, warm und weich.
Aufwühlend und doch beruhigend.
Einfach da warst.


GF © 15.10.1996

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